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    Mi 06.05. Forming the Void / Spaceslug / + very special guests : BLACK RAINBOWS

    6. Mai @ 19:00 - 23:00

    ZBFM präs.:

    Mi 06.05. Forming the Void / Spaceslug + very special guests : BLACK RAINBOWS

    Tickets

    https://formingthevoid.bandcamp.com/
    https://spaceslug.bandcamp.com/

    FORMING THE VOID
    Das fulminante “Relic” überraschte äußerst positiv. Die Band aus Lafayette, Louisiana war auf ihrem dritten Album gereift, klang mächtig und gab den massiven Songs aus Stoner, Doom, Post-Metal und Space Rock mit einem leichten orientalischen Touch das gewisse Etwas. Anderthalb Jahre nachdem “Relic” auf der Bandcamp-Seite von Forming The Void auftauchte, steht mit “Rift” der Nachfolger bereit. Er erscheint über das Berliner Label Kozmik Artifactz – und wird gewiss auf eine gesteigerte Zuhörerschaft stoßen, denn die Band war in der Zwischenzeit fleißig, hat gute Kritiken eingefahren, sich in ihrer Szene etabliert und noch eine Split-Ten-Inch mit Pyreship veröffentlicht. Bei all der angebrachten Euphorie ist “Rift” nicht zwangsläufig in der Lage, diese noch zu steigern. Denn: Das Album enthält leider keine Überraschungen. Dafür ist es die exakte Fortführung des Weges, den der Vorgänger bereits ausformuliert hatte. Noch immer gibt es tonnenschwere Songs zwischen fünf und zehn Minuten, die sich raumgreifend in Atmosphäre suhlen, Wände aus Riffs hochziehen und Gitarrist James Marshall, der häufig an Baroness’ John Baizley erinnert. Auch die exotischen Momente sind noch da, die Gitarrist Shadi Omar Al-Khansa mitbringt, etwa im mystisch mäandernden Anfang von “Ark Debris” oder dem orientalisch anmutenden Orgeleffekt von “Arcane Mystic”.

    SPACESLUG

    Ich bin immer auf der Suche nach bestimmten Elementen im Space Rock, die das Beste aus dem Genre herausholen. Das makellose Space-Erlebnis der Debüt-Scheibe „Lemanis“, zeigte mir bereits ein erstes elementares Vorhaben. Das neue „Time Travel Dilemma“ Album, mit der saftigen Stonermischung, einer nebligen und treibenden Reise, verkörpert nun perfekt die zweite Elementenebene.

    Nicht viele Alben in diesem Genre, liefern diese kraftvolle Kompaktheit. Jeder Track von „Time Travel Dilemma“ führt mit einem Augenblick in einen anderen Abschnitten des Universums. Umgeben von scharfen Riffs im Schauspiel einer Supernova, die durch Melodiebögen schierer Musikalität ins Leben gerufen wird, zünden masseschwere Klanglandschaften. Das gibt „Time Travel Dilemma“ ein befriedigendes Hörgefühl. Spaceslug spielen eine hochdosierte Mischung aus Space und Stoner. Durch zugängliche Riffs und einem soliden Punch entsteht ein wahres Schubdüsenerlebnis.

    Es ist in unserer DNA, wir sind Entdecker im Herzen. Wir haben die Wälder, Ebenen, Berge, Ozeane und Wüsten erkundet. Wir kennen so viel über jahrtausende alte Dinge. Allerdings gibt es einen letzten Platz, der fast unendlich scheint: Den weiten Raum! Derzeit können wir zum Teil nur teoretisch und optisch in dieses Unbekannte eintauchen. Aber durch eine musikalische Komponentenebene entsteht der richtige Soundtrack zur gefühlten und erdachten Kreuzfahrt durch die Galaxis. Spaceslug verkörpert diese Magie des Raumes und es ist ein verdammt satter Partikelsturm von einem Flug!

    Rein ins Album mit „Osiris“ und den vibrationshaltigen Klängen. Der Opener ist schon mal ein prächtiger Einstieg in den räumlichen Gehörquatranten. Zum Ende des Tracks rauscht ein eindrucksvolles Gitarrensoli heran, das dem Album, im Vergleich zum Debütalbum, dieses epische Gefühl gibt. Die Vocals von Bartosz passen sich gut an, driften wunderbar ein und aus. Der zweite Track „Living The Eternal Now“, eröffnet entspannter im Psych/Stoner Sektor. Danach kehrt er im schweren Doom/Stoner Anflug zurück. Die Dual-Vocals bieten einen anderen Ansatz aber treiben mit emotionalen Gefühl voran.

    Es geht weiter auf der Sci-Fi-basierten Reise mit dem dritten Track „The Great Pylon Collider“. Es ist ein up Doom/Stoner, indem Spaceslug aufzeigt, was sie bestens bespielen können. Nämlich gravitativ schwere Riffs! Die Vocals mit leichten Grunge-Einfluss wirken dazu gut in Scene gesetzt. Die vierte Spur „Parahorizon“ ist mein Highlight auf dem Album. Ein epischer elfminütiger Track, der den Ambient Space-Rock mit Doom/Psych/Stoner Riffs zusammenführt. Eine fast beruhigende Nummer, die mit sacht gespielten Psych Riffs beginnt aber wie zuvor dann wieder zum schwereren Riffkorridor zurückkehrt.

    Die letzten zwei Spuren „What Falls Is Fallen“ und „Time Travel Dilemma“ bieten noch zwölf ergözende Flugminuten. Ersterer ist eine sehr kurzer Track. Er bewegt sich im ruhenden Bereich der Electronica mit Andeutungen in Richtung Spacegefilde. Die Band kreiert eine anschwebende Nummer, die wiederum eine schöne Übergangspassage zum abschließenden Albumtiteltrack herstellt. Der letzte Song „Time Travel Dilemma“, mit zehn Minuten im Angebot, beginnt mit einem Keyboard/Electronica getriebenen Sound. Die Vocals besitzen ein zurückhaltendes Gefühl, bevor die schweren Töne zur richtigen Zeitpunkt erscheinen. Der energetisch randvolle Track wird von Psych und routierenden Doom/Stoner Sounds gespeißt.

    Diese polnische Band hat viel Potenzial, das ich sie auch weiterhin sehr aufmerksam beobachten werde. Es ist ein erstklassiges Album, das man unbedingt hören sollte. „Time Travel Dilemma“ besteht nicht aus irgendwelchen eintönigen Standardnoten. Eine große Triebwerksladung im Space/Stoner rauscht heran, die Band erspielt sich damit einen glänzenden Orbitstatus, den sie eindeutig verdient haben!

    Erschien am 17. Februar 2017 als Self Release auf CD via BSFD Records/Oak Island Records.

    Line-up:
    Bartosz Janik – Guitars/Vocalss
    Jan Rutka – Bass/Vocals
    Kamil Ziółkowski – Drums/Vocals

    Details

    Datum:
    6. Mai
    Zeit:
    19:00 - 23:00
    Veranstaltungskategorie: